Seite drucken | Fenster schliessen
Logistikbasis der Armee

Ein Truppenbesuch...

Kundenfreundlichkeit und "den Puls fühlen"


Das Truppenrechnungswesen, organisatorisch in die Logistikbasis der Armee (LBA) integriert, prüft regelmässig die Buchhaltungen der Truppen von Heer und Luftwaffe. Im Jahre 2005 revidierte es insgesamt 2'900 Truppenbuchhaltungen. Die Kommunikation LBA hat Oberst Claude Portmann und Oblt Olivier Gerig bei der Revision der dritten Buchhaltungsperiode der Katastrophenhilfebereitschafts-Kompanie 104-2 in Wangen an der Aare begleitet. Ein Augenschein.


Text und Fotos: Eva Zwahlen, stv C Komm LBA

Es ist kühl und regnerisch an diesem Mittwochmorgen, als sich Claude Portmann und Olivier Gerig vom Truppenrechnungswesen auf den Weg in Richtung Wangen an der Aare machen. Ihr Auftrag: Revision der dritten Buchhaltungsperiode der Katastrophenhilfebereitschafts-Kompanie 104-2. "Ein standardisierter Ablauf", wie Claude Portmann, Chef des Truppenrechnungswesens, festhält. "Jeder Besuch läuft nach dem gleichen Schema ab: Begrüssung durch den Kommandanten, Revision der Buchhaltung, je nachdem ein kurzer Besuch in der Küche und anschliessend ein Feedback an den Kommandanten." Vorgeschrieben werden diese regelmässigen Revisionen durch das Reglement 51.003 "Verwaltungsreglement", der genau Wortlaut lautet: "Die Logistikbasis der Armee revidiert die Buchhaltungen der Truppe (…)."

Der Verband, der an diesem Mittwoch "unter die Lupe" genommen wird, hat einen besonderen Auftrag. Dazu Oberstlt i Gst Stefan Christen, Kdt Ei Kdo Kata Hi Ber Vb: "Wir sind das Mittel der ersten Stunde und stellen während des ganzen Jahres die militärische Katastrophenhilfe im In- und Ausland sicher." Ihre Leistung unter Beweis stellen konnte das Einsatzkommando, das mehrheitlich aus Durchdienern besteht, im August 2005, als in weiten Teilen der Schweiz "Land unter" herrschte. Die Aufgaben waren vielseitig: von der Aufbereitung von ölverschmutztem Wasser bis zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehr - die Angehörigen dieses Spezialverbandes leisteten Echteinsatz. Auf dem Weg ins Büro von Oberstlt i Gst Christen begegnen einem immer wieder ausgestopfte Dachse. "Das ist unser Maskottchen", erklärt Christen. "Der Dachs ist zäh, sozial und kommt in der ganzen Schweiz vor."

Kundenfreundlichkeit und "den Puls fühlen"
Die anschliessende Besprechung im Büro von Stefan Christen dient dazu, sich gegenseitig auf den aktuellen Stand zu bringen und allfällige Probleme im Bereich Verpflegung und Finanzen aufzuzeigen. "Den Puls fühlen", nennen das Oberst Claude Portmann und Oblt Olivier Gerig. Letzterer ist der zuständige Revisor für die Schulen und Verbände des LVb G/Rttg 5. Der Mann also, dem einerseits Fourier und Truppenbuchhalter und später der Küchenchef Rechenschaft über ihr Tun abgeben werden müssen.

Das Truppenrechnungswesen stellt pro Lehrverband einen Revisor. Ziel: eine gewisse Kontinuität gewährleisten und eine Vertrauensbasis aufbauen. Diese Vertrauensbasis kommt spätestens dann zum Tragen, wenn Portmann und seine Leute unangemeldet erscheinen. Dies ist durchaus möglich, findet aber in der Regel nach Absprache mit dem Schulkommandanten statt und nur dann, wenn konkrete Verdachtsmomente vorliegen. Damit keine "Betriebsblindheit" entsteht wird, rotieren die Revisoren regelmässig. Wie häufig finden solche Revisionen statt? Gerig: "Die Einsatzdauer eines Verbandes wird in sogenannte Buchhaltungsperioden unterteilt. Der Ei Kdo Kata Hi Ber Vb beispielsweise wird total siebenmal durch uns geprüft." Aufgrund der personellen Verfügbarkeit in den Lehrverbänden werden aber aus Rücksicht auf die Umstände separate Vereinbarungen getroffen. "Wir versuchen, unseren Kunden entgegenzukommen", sagt Olivier Gerig mit Nachdruck.

Eine grosse Verantwortung
Revisor Gerig schreitet alsbald zur Tat. DD-Truppenbuchhalter Kevin Dasen, 20 Jahre alt, und DD-Fourier Ismael Molina, ebenfalls 20-jährig, haben Olivier Gerig die dritte Buchhaltungsperiode vorgelegt. Gesprochen wird nicht viel, es sei denn, der Revisor hat eine Rückfrage oder etwas ist unklar. Dies scheint aber nicht der Fall zu sein: Die Unterlagen, bestehend aus dem berühmten "Stanef" (Standort/Bestand/Mutationen), den Soldbelegen, der Verpflegungsabrechnung und der Zwischenbilanz des Truppenhaushaltes sowie der Ausgabebelege (Pensionsverpflegung, Unterkunft, Medikamente, Einkäufe, Lebensmittel, Schuhreparaturen etc) scheinen komplett und tadellos.

Claude Portmann, der sich diskret im Hintergrund aufhält, weist auf die grosse Verantwortung hin, die diese jungen Leute tragen. "Manche operieren hier mit mehreren zehntausend Franken und entschei-den so schlussendlich über Sein oder Nicht-Sein der Truppenbuchhaltung." Die Ausbildungsdauer eines Quartiermeisters wurde im Vergleich zur A95 um Wochen gekürzt. Dazu kommt ein verkürzter praktischer Dienst. Dies bedeutet einen grossen Aufwand hinsichtlich der Begleitung durch das Truppenrechnungswesen. Dieses sucht deshalb gemeinsam mit dem LVb Log 2 nach Lösungen, wonach die Ausbildung wieder vermehrt den Bedürfnissen der Praxis angepasst wird.

Ohne Mampf kein Kampf
Optional bei jedem Besuch durch die Truppenbuchhalter ist ein Blick in die Küche. Dabei wird geprüft, ob die Hygienevorschriften eingehalten werden, denn jede militärische Küche untersteht, genau wie eine zivile, dem Lebensmittelgesetz. Oblt Gerig achtet darauf, dass die Truppenköche während der Arbeit weisse Arbeitsblusen und Schürzen tragen und dass die Hand- und Küchentücher sauber sind. Der Ökologie wird ebenfalls Rechnung getragen: Der Abfall muss getrennt werden in kompostierbare Elemente, in Glas, Alu, Weissblech, Papier und Karton. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Herkunft des verwendeten Fleisches sowie der Eier muss deklariert werden, d.h. für den AdA muss ersichtlich sein, woher diese Lebensmittel stammen.

"Wir schauen darauf, dass die Lager optimal bewirtschaftet und dass im Verhältnis zur Truppe weder zuviel, noch zuwenig Lebensmittel gelagert werden", beschreibt Claude Portmann den Küchenprozess. Remo Siebers, stellvertretender Küchenchef, zeigt Olivier Gerig das Dokument "Verpflegungsbestand". Darauf gehören in Normalfall zwei Unterschriften: diejenige des Fouriers und diejenige des Einheitsfeldweibels. Letztere fehlt, worauf Gerig den Obgfr Siebers in der anschliessenden Schlussbesprechung hinweist. "Die Küche macht einen guten Eindruck, und die fehlende Unterschrift ist nicht tragisch. Indem die beiden höheren Unteroffiziere mit ihrem Visum die Richtigkeit des Dokuments bezeugen, kann sich der Küchenchef aber absichern", erläutert Olivier Gerig diese Massnahme.

Leiter Truppenhaushalt/Kommissariatsdienst - eine neue Funktion
Auf Stufe LVb G/Rttg 5 gibt es seit Anfang Januar 2006 einen Leiter Truppenhaushalt / Kommissariatsdienst, welcher für alle unterstellten Verbände zuständig ist. Sein Name: Oblt Vincenzo Ramundo. Der 26-jährige gelernte Koch übt seinen Job als Zeitmilitär seit Anfang 2004 aus und ist bei den Revisionen der Schulen des LVb G/Rttg 5 durch das Truppenrechungswesen jeweils zugegen. "Es war nicht ganz einfach, mich zu behaupten, aber mittlerweile funktioniert die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort, also in den Schulen, gut." Ein kleines Beispiel für die Frankenbeträge, für welche ein solcher Leiter Trp Haushalt / Kom D verantwortlich ist: In einem Jahr operierten die G S 73, die VBA G 74 und die G/Rttg Kaderschulen mit gut 2,5 Millionen Schweizer Franken. Ramundo revidiert jede Buchhaltung des LVb G/Rttg 5 vor, bevor sie Olivier Gerig zu Gesicht bekommt.

Erfüllt!
Das abschliessende Feedback durch die beiden Angehörigen des Truppenrechnungswesens, Portmann und Gerig, an den Kommandanten, Stefan Christen, fällt positiv aus: erfüllt! Wie sieht Christens Beurteilung aus? "Ich habe nur dann mit der Truppenbuchhaltung Kontakt, wenn diese zur Kontrolle zu mir kommt. Mit Zeitmilitär-Fourieren und -Küchenchefs arbeite ich gerne zusammen; diese garantieren mir eine gewisse Kontinuität in der Leistung." Die Zusammenarbeit mit der LBA erachtet er als partnerschaftlich und konstruktiv, "man sucht gemeinsam nach Lösungen", bestätigen alle Beteiligten.

Eine Revision also, wie sie optimaler für alle Involvierten nicht ablaufen könnte. Da sieht die Realität bisweilen etwas anders aus, zum Beispiel damals, als Olivier Gerig die Nacht an Ort verbringen musste, damit "die Buchhaltung am Schluss nach einer Buchhaltung aussah", wie er trocken meint.

 

    Für Fragen zu dieser Seite: Truppenrechnungswesen
    Zuletzt aktualisiert am: 25.04.2008

    Das Truppenrechnungswesen - mehr als nur Zahlen "beigen"!

    Das Truppenrechnungswesen wird durch Claude Portmann geführt, und das Team besteht aus 18 Personen. Zu den Kunden und Partnern gehören sämtliche Stellen im Departementsbereich Verteidigung, alle Angehörigen der Armee (AdA) sowie etliche Stellen ausserhalb der Bundesver-waltung, wie die SBB, Post, Swisscom und die Suva. Gemäss "Verwaltungsreglement" ist die Logistikbasis der Armee (LBA) die Zentralstelle für den Kommis-sariatsdienst. Dazu gehören das Rechnungs-, Verpflegungs- und Unterkunftswesen der Armee. Diese Aufgaben werden durch das Truppenrechnungswesen wahrgenommen.

     

    Medieninformation VBS vom 30.01.2006:

     

    Oberstlt i Gst Stefan Christen, Kdt Ei Kdo Kata Hi Ber Vb (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
    Oberstlt i Gst Stefan Christen, Kdt Ei Kdo Kata Hi Ber Vb
    Oblt Olivier Gerig, Revisor im Truppenrechnungswesen, und DD-Truppenbuchhalter Kevin Dasen (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
    Oblt Olivier Gerig, Revisor im Truppenrechnungswesen, und DD-Truppenbuchhalter Kevin Dasen
    Oberst Claude Portmann, Chef des Truppenrechnungswesens (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
    Oberst Claude Portmann, Chef des Truppenrechnungswesens
    Erfüllt! Oblt Olivier Gerig und Obgfr Remo Siebers, stellvertretender Küchenchef (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
    Erfüllt! Oblt Olivier Gerig und Obgfr Remo Siebers, stellvertretender Küchenchef
    Seite drucken | Fenster schliessen