Jeder Krieg ist nicht nur ein militärisches, sondern auch ein wirtschaftliches Unternehmen. Dies zeigt sich spätestens bei den Kriegsvorbereitungen, wenn es darum geht, die Versorgung mit Lebensmitteln sicher- sowie Ausrüstung und Transportmittel bereitzustellen.
Es gibt kaum einen Bereich der Kriegsführung, der sich nicht in dem Masse wie die Logistik bereits in Friedenszeiten vorbereiten lässt.
Dies stärkt die Wehrbereitschaft und Abwehrkraft einer Nation beträchtlich.
Logistik Historie und Zukunft
«Die Logistik beeinflusst alle Schlachten - sie entscheidet viele»
(General Dwight David Eisenhower)
(General Dwight David Eisenhower)
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Logistik ist diejenige Funktion, die erfüllt sein muss, um taktische Operationen zu ermöglichen, um militärische Kraft in der Zeit anzuwenden, ja, um die Strategien zu verwirklichen, die zur Erreichung der nationalen Sicherheitsziele bestimmt sind.
Logistik besorgt die Mittel, Strategie und Taktik dagegen diktieren die Pläne für den Aufmarsch und den Gebrauch von Mitteln für militärische Operationen.
Als integraler Bestandteil der militärischen Führung ist die Logistik auf allen Ebenen des bewaffneten Kampfes von Bedeutung, so auf derjenigen des kämpfenden Soldaten (Essen, Trinken, Hygiene, Waffen und Munition), ebenso auf der operativen (Zusammenhang zwischen Logistik und Taktik) und der politisch-strategischen Ebene.
Logistik besorgt die Mittel, Strategie und Taktik dagegen diktieren die Pläne für den Aufmarsch und den Gebrauch von Mitteln für militärische Operationen.
Als integraler Bestandteil der militärischen Führung ist die Logistik auf allen Ebenen des bewaffneten Kampfes von Bedeutung, so auf derjenigen des kämpfenden Soldaten (Essen, Trinken, Hygiene, Waffen und Munition), ebenso auf der operativen (Zusammenhang zwischen Logistik und Taktik) und der politisch-strategischen Ebene.
ANTIKE
Schon in vorchristlicher Zeit befassten sich Heerführer mit der Versorgung ihrer Truppen mit Proviant. Kanäle wurden gegraben und Wasserleitungen aus Tierhäuten durch die Wüste gelegt. Als lebender Fleischvorrat mit den Truppen mitgetriebene Viehherden wurden genau vorausberechnet. Marschrouten legte man so fest, dass die Tiere stets rechtzeitig Weideplätze und die Truppen geeignete Quartiere vorfinden konnten.
Speziell was die Feldzüge Alexanders des Grossen betrifft, liegen Hinweise vor, die auf Planung und Bereitstellung von Menschen (Anwerbung und Aushebung von Soldaten), Material, Einrichtungen (Belagerungsmaschinen, Strassen- und Nachrichtennetz) und Dienstleistungen (Versorgung, Sanität u.a.), ebenso auf Grundstrukturen von Nachschubketten schliessen lassen.
Die Römer unterhielten in den besetzten Städten Lager mit Nahrungsmitteln. Zudem verfügten die Legionen über eine grosse Versorgungsautonomie, indem sie auf dem Feldzug (auf gut ausgebauten Strassen) Lebensmittelvorräte (besonders Getreide) für mehrere Wochen mittransportierten.
Speziell was die Feldzüge Alexanders des Grossen betrifft, liegen Hinweise vor, die auf Planung und Bereitstellung von Menschen (Anwerbung und Aushebung von Soldaten), Material, Einrichtungen (Belagerungsmaschinen, Strassen- und Nachrichtennetz) und Dienstleistungen (Versorgung, Sanität u.a.), ebenso auf Grundstrukturen von Nachschubketten schliessen lassen.
Die Römer unterhielten in den besetzten Städten Lager mit Nahrungsmitteln. Zudem verfügten die Legionen über eine grosse Versorgungsautonomie, indem sie auf dem Feldzug (auf gut ausgebauten Strassen) Lebensmittelvorräte (besonders Getreide) für mehrere Wochen mittransportierten.
MITTELALTER
In Byzanz, dem Rechtsnachfolger des Römischen Reiches, musste der für die Militärausgaben verantwortliche Beamte (Logothet) im Rahmen der direkten Besteuerung dafür sorgen, dass die Bevölkerung die Armee unterhielt und ihr Quartiere zur Verfügung stellte. Ein Tross mit Dienern und Sklaven, der die Kampftruppen begleitete, war für den Zeltbau, die Schanzarbeit und das Verpflegungswesen zuständig. Abgesehen davon verfügte das Heer über eine gut organisierte Sanitätstruppe, und grosse Garnisonen besassen sogar Badehäuser für die Soldaten.
Bedingt durch die ständige Kriegsgefahr war Byzanz der einzige Ort im Mittelalter, wo die Methoden der Kriegführung (Strategie und Taktik), der Heeresorganisation, der Befestigungstechnik und des Nachschubwesens sorgfältig studiert wurden.
Der byzantinische Kaiser Leon VI (886-912) nennt in seinem griechischen Werk "Taktik" neben anderen Künsten ("technai") des Krieges - wie beispielsweise derjenigen der Strategie (Führung des Heeres) und Taktik (Schlachtaufstellung), der Bewaffnung und Fortifikation, der Astronomie, Orthodoxie und Sanität - ganz besonders auch die Logistik.
Die sogenannte "logistike techne" - die Kunst der Berechnung (eigentliche Kriegsstatistik) - befasste sich u.a. mit der Gliederung und der Versorgung der Truppen. Sie stellte Normen auf sowohl für die Fortdauer der kriegerischen Bewegungen, die nicht zuletzt wesentlich auch von der Versorgung abhängig war, als auch für die Ruhephasen.
Es war Aufgabe der Logistik, das Heer zu besolden und es mit Waffen, Geschütz und Kriegsgeräten auszurüsten. Weiter ging es darum, jeden Akt des Feldzuges vorzubereiten, d.h. Raum und Zeit zu berechnen, das Gelände sowohl für den Bau von Verteidigungsstellungen und Befestigungen, als auch auf die Heeresbewegungen und des Gegners Widerstandskraft hin richtig einzuschätzen.
Dementsprechend mussten die Bewegung und die Verteilung der eigenen Streitkräfte angeordnet werden. Nach Leon betraf also die Logistik, die sich der Logik und Mathematik bediente, die Vorbereitung des Heeres auf einen Krieg sowie die Aufgaben des Marsch- und Quartierwesens, um schliesslich die Strategie und Taktik zu unterstützen. Und gerade dieses logistische Verständnis war es, das spätere Militärautoren nachhaltig beeinflusste.
Bedingt durch die ständige Kriegsgefahr war Byzanz der einzige Ort im Mittelalter, wo die Methoden der Kriegführung (Strategie und Taktik), der Heeresorganisation, der Befestigungstechnik und des Nachschubwesens sorgfältig studiert wurden.
Der byzantinische Kaiser Leon VI (886-912) nennt in seinem griechischen Werk "Taktik" neben anderen Künsten ("technai") des Krieges - wie beispielsweise derjenigen der Strategie (Führung des Heeres) und Taktik (Schlachtaufstellung), der Bewaffnung und Fortifikation, der Astronomie, Orthodoxie und Sanität - ganz besonders auch die Logistik.
Die sogenannte "logistike techne" - die Kunst der Berechnung (eigentliche Kriegsstatistik) - befasste sich u.a. mit der Gliederung und der Versorgung der Truppen. Sie stellte Normen auf sowohl für die Fortdauer der kriegerischen Bewegungen, die nicht zuletzt wesentlich auch von der Versorgung abhängig war, als auch für die Ruhephasen.
Es war Aufgabe der Logistik, das Heer zu besolden und es mit Waffen, Geschütz und Kriegsgeräten auszurüsten. Weiter ging es darum, jeden Akt des Feldzuges vorzubereiten, d.h. Raum und Zeit zu berechnen, das Gelände sowohl für den Bau von Verteidigungsstellungen und Befestigungen, als auch auf die Heeresbewegungen und des Gegners Widerstandskraft hin richtig einzuschätzen.
Dementsprechend mussten die Bewegung und die Verteilung der eigenen Streitkräfte angeordnet werden. Nach Leon betraf also die Logistik, die sich der Logik und Mathematik bediente, die Vorbereitung des Heeres auf einen Krieg sowie die Aufgaben des Marsch- und Quartierwesens, um schliesslich die Strategie und Taktik zu unterstützen. Und gerade dieses logistische Verständnis war es, das spätere Militärautoren nachhaltig beeinflusste.
NEUZEIT
Seit dem 16. Jh. gingen logistische Impulse besonders von Frankreich aus: Eine Intendantur ("service des subsistances") sollte dafür sorgen, dass die Soldaten vor den Kämpfen gut verpflegt wurden.
Als dann die Truppenstärke und die Länge der Märsche und Feldzüge zunahmen, fand auch das Nachschubwesen eine grössere Beachtung. Es wurden Lager in befestigten Orten entlang der vorgesehenen Marschrouten angelegt, ebenso Magazine mitgeführt, die zwar die Verpflegung der Truppe besser sicherten, deren Mobilität aber stark behinderten und oft verlorene Schlachten verursachten.
Die für den Proviant verantwortlichen Kommissare ("commissaires aux vivres") suchten in Begleitung von zivilen Armeelieferanten ("munitionnaires" - v.a. Juden) lokale Märkte auf und schlossen mit Zivilisten Verträge ab über die entgeltliche Versorgung der Truppen mit notwendigen Verpflegungs- und Futtermitteln vor Beginn und während des Feldzuges.
Transportiert wurden Proviant und Material von zivilen Unternehmern ("capitaines de charrois"), die zusammen mit anderen Truppenelementen den Train bzw. die Nachhut des Heeres bildeten. Im Jahre 1643 entstanden die ersten armeeeigenen Transporteinheiten ("équipages des vivres"), die mehrtägige Proviant- und Futtermittelreserven mit den Truppen transportierten.
Im 17. und 18. Jh. hatten die Intendanten ("intendants aux armées") im Zuge der Zentralisierung und Straffung von Verwaltung und Versorgung weitreichende administrative, juristische und finanzielle Vollmachten, einschliesslich der Aushebung von Quartieren, Spitälern, Verpflegungs- und Futtermitteln.
Das byzantinische Verständnis von Logistik vermischte sich nach 1780 in Europa gänzlich mit dem Begriff "Strategie". Es war dann der Schweizer General Antoine-Henri Jomini (1779-1869), der unter dem Einfluss der Aufgaben des französischen "maréchal général des logis de la cavallerie" (verantwortlich für die Disziplin und die Versorgung der Truppen) die Logistik wieder als einen, neben Strategie und Taktik relativ selbständigen dritten Zweig der Kriegskunst herausstellte, ohne aber in den folgenden Jahrzehnten auf gebührende Resonanz zu stossen.
In den USA wurde der Begriff "Logistik" im militärischen Sinne zum ersten Mal in den achtziger Jahren des 19. Jh.s verwendet. Er bezeichnete die wirtschaftliche Mobilmachung der gesamten Volkswirtschaft zur Unterstützung der Streitkräfte im Krieg. Der amerikanische Flottenadmiral George Cyrus Thorpe (1875-1936) betrachtet in seinem bahnbrechenden Werk mit dem Titel "Pure Logistics.
The Science of War Preparation" die Logistik ("logistics") als eine Wissenschaft von einem in sich geschlossenen Ganzen, einem besonderen Zweig der Kriegführung, der eine grosse Anzahl von Tätigkeiten (wie Nachschub und Transport, Ingenieurwesen, Unterhalt, Sanität, Verwaltung und anderen logistischen Aspekten) umfasst, die alle mit strategischen und taktischen Aktivitäten koordiniert werden.
Als dann die Truppenstärke und die Länge der Märsche und Feldzüge zunahmen, fand auch das Nachschubwesen eine grössere Beachtung. Es wurden Lager in befestigten Orten entlang der vorgesehenen Marschrouten angelegt, ebenso Magazine mitgeführt, die zwar die Verpflegung der Truppe besser sicherten, deren Mobilität aber stark behinderten und oft verlorene Schlachten verursachten.
Die für den Proviant verantwortlichen Kommissare ("commissaires aux vivres") suchten in Begleitung von zivilen Armeelieferanten ("munitionnaires" - v.a. Juden) lokale Märkte auf und schlossen mit Zivilisten Verträge ab über die entgeltliche Versorgung der Truppen mit notwendigen Verpflegungs- und Futtermitteln vor Beginn und während des Feldzuges.
Transportiert wurden Proviant und Material von zivilen Unternehmern ("capitaines de charrois"), die zusammen mit anderen Truppenelementen den Train bzw. die Nachhut des Heeres bildeten. Im Jahre 1643 entstanden die ersten armeeeigenen Transporteinheiten ("équipages des vivres"), die mehrtägige Proviant- und Futtermittelreserven mit den Truppen transportierten.
Im 17. und 18. Jh. hatten die Intendanten ("intendants aux armées") im Zuge der Zentralisierung und Straffung von Verwaltung und Versorgung weitreichende administrative, juristische und finanzielle Vollmachten, einschliesslich der Aushebung von Quartieren, Spitälern, Verpflegungs- und Futtermitteln.
Das byzantinische Verständnis von Logistik vermischte sich nach 1780 in Europa gänzlich mit dem Begriff "Strategie". Es war dann der Schweizer General Antoine-Henri Jomini (1779-1869), der unter dem Einfluss der Aufgaben des französischen "maréchal général des logis de la cavallerie" (verantwortlich für die Disziplin und die Versorgung der Truppen) die Logistik wieder als einen, neben Strategie und Taktik relativ selbständigen dritten Zweig der Kriegskunst herausstellte, ohne aber in den folgenden Jahrzehnten auf gebührende Resonanz zu stossen.
In den USA wurde der Begriff "Logistik" im militärischen Sinne zum ersten Mal in den achtziger Jahren des 19. Jh.s verwendet. Er bezeichnete die wirtschaftliche Mobilmachung der gesamten Volkswirtschaft zur Unterstützung der Streitkräfte im Krieg. Der amerikanische Flottenadmiral George Cyrus Thorpe (1875-1936) betrachtet in seinem bahnbrechenden Werk mit dem Titel "Pure Logistics.
The Science of War Preparation" die Logistik ("logistics") als eine Wissenschaft von einem in sich geschlossenen Ganzen, einem besonderen Zweig der Kriegführung, der eine grosse Anzahl von Tätigkeiten (wie Nachschub und Transport, Ingenieurwesen, Unterhalt, Sanität, Verwaltung und anderen logistischen Aspekten) umfasst, die alle mit strategischen und taktischen Aktivitäten koordiniert werden.
20. JAHRHUNDERT
Mit dem Eintreten der USA in den Zweiten Weltkrieg und den sich daraus ergebenden grossen wirtschaftlichen Anstrengungen und umfangreichen Güternachschüben auf weltweite Kampfplätze kam die so verstandene Logistik auch nach Europa, wo sie über die NATO endgültig Eingang ins westeuropäische Militärwesen fand.
Aufgrund der grossen räumlichen Ausdehnung der militärischen Konflikte im Zweiten Weltkrieg ergaben sich Versorgungsprobleme, die zur Entwicklung von Methoden und Techniken für eine bedarfsgerechte Bereitstellung führten. Logistik war wiederum als wichtige Stütze der Strategie und Taktik erkannt worden.
Sowohl im militärischen als auch zivilen Logistikbereich stehen vornehmlich Probleme der Überbrückung von Raum und Zeit im Vordergrund, wobei allerdings zwischen Militär- (politisch-militärische Ziele) und Zivillogistik (ökonomische Ziele) erhebliche Unterschiede bestehen.
Auf der Grundlage der im Zweiten Weltkrieg erzielten militärischen und wirtschaftlichen Erfolge, der Erfahrungen und des Wissens auf dem Gebiet der Logistik, aber auch auf der Basis der nachfolgenden Entwicklung von wissenschaftlichen Methoden (besonders Operations Research) und der elektronischen Datenverarbeitungs- und Kommunikationstechnologie ist die (militärische und zivile) Logistik immer perfekter und effizienter geworden.
Auch wenn es v.a. in den USA zu einer grundlegenden und systematischen Theoretisierung kam, fehlt es doch bis heute an einer allgemeingültigen Theorie der militärischen (wie auch betriebswirtschaftlichen) Logistik.
Aufgrund der grossen räumlichen Ausdehnung der militärischen Konflikte im Zweiten Weltkrieg ergaben sich Versorgungsprobleme, die zur Entwicklung von Methoden und Techniken für eine bedarfsgerechte Bereitstellung führten. Logistik war wiederum als wichtige Stütze der Strategie und Taktik erkannt worden.
Sowohl im militärischen als auch zivilen Logistikbereich stehen vornehmlich Probleme der Überbrückung von Raum und Zeit im Vordergrund, wobei allerdings zwischen Militär- (politisch-militärische Ziele) und Zivillogistik (ökonomische Ziele) erhebliche Unterschiede bestehen.
Auf der Grundlage der im Zweiten Weltkrieg erzielten militärischen und wirtschaftlichen Erfolge, der Erfahrungen und des Wissens auf dem Gebiet der Logistik, aber auch auf der Basis der nachfolgenden Entwicklung von wissenschaftlichen Methoden (besonders Operations Research) und der elektronischen Datenverarbeitungs- und Kommunikationstechnologie ist die (militärische und zivile) Logistik immer perfekter und effizienter geworden.
Auch wenn es v.a. in den USA zu einer grundlegenden und systematischen Theoretisierung kam, fehlt es doch bis heute an einer allgemeingültigen Theorie der militärischen (wie auch betriebswirtschaftlichen) Logistik.
SCHWEIZ IN DER NEUZEIT
Bei der Gründung des Bundesstaates im Jahre 1848 wurde eine eidgenössische Armee geschaffen, die noch aus kantonalen Kontingenten bestand und die klassischen Waffengattungen von Infanterie, Kavallerie, Artillerie und Genie umfasste.
Hinzu kam in den sechziger Jahren die Sanität,
1901 Ambulance, marschbereit ehe ab 1875 als Lehre aus den Mängeln im Nachschubwesen während der Grenzbesetzung 1870/71 die Verwaltungstruppen folgten, die dann ab 1908 neu Verpflegungstruppen hiessen.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Verpflegungstruppen mit den inzwischen entstandenen Transporttruppen und weiteren Armeeteilen im Bereich Rückwärtiges (im Gegensatz zu Front), im Armeestab, zusammengefasst.
Der Koreakrieg (1950-1953) zeigte die Brüchigkeit des Weltfriedens und bestätigte die Notwendigkeit einer starken Landesverteidigung. Durch die ab 1951 jährlich aufgelegten Rüstungsprogramme begann der systematische materielle Aufbau der Armee, welcher auch die Verpflegungstruppen erfasste. Die grossen materiellen, organisatorischen und reglementarischen Neuerungen betrafen insbesondere die Betriebsstoffe und deren Nachschub.
Abgesehen vom Nach- und Rückschub an Verpflegung vermittelten die Verpflegungsabteilungen und -kompanien den Austausch von Material zwischen der Truppe und der Materialkompanie der Heereseinheit.
Seit den fünfziger Jahren erhielten die Verpflegungstruppen auch moderne technische Mittel zugeteilt (z.B.: Mobile Mühle und mobile Bäckerei, beide auf Anhänger; Fleischkran und -gestell; Benzinvergaserbrenner; Abkochgeräte), wodurch die Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit dieser Truppen mindestens verdoppelt wurden.
Mit der Truppenordnung 1961 (TO 61; 1.1.1962- 31.12.1994) wurden die Verpflegungstruppen in Versorgungstruppen umbenannt. Die sechs Territorialbrigaden (je eine in den drei Feldarmeekorps und drei im Gebirgsarmeekorps) waren die Versorgungsinstanz des Armeekorps für alle in seinem Raum befindlichen Truppen.
Parallel zur Neuorganisation des Heeres erfolgten sowohl die Neuausrüstung der technischen Truppen (u.a. der Versorgungstruppen), als auch ein umfassender Ausbau der Heeresmotorisierung und des Reparaturwesens. Schliesslich entstand im Zuge der Bildung von Gruppen als Organisationseinheiten die Gruppe für Generalstabsdienste mit der Untergruppe Logistik (1969; inkl. Abteilung Territorialdienst), womit der Begriff "Logistik" auch in der Schweizer Armee Einzug hielt.
Bis Mitte der siebziger Jahre fehlte eine einheitliche Logistikkonzeption. Noch 1976 verfügte die Armee, ähnlich einem Expeditionsheer, gemäss den Bestimmungen in der TO 61 über ein dreistufiges Versorgungssystem (1. Stufe: Truppe; 2. Stufe: Heereseinheiten/Brigaden; 3. Stufe: Basis/Armee) mit mehreren unabhängigen Versorgungskanälen.
Mit dem Versorgungskonzept 77 (1.1.1977-31.12.94) wurden eine bestmögliche Koordination im Rahmen der Gesamtverteidigung, eine zeitgemässe Vorrats- und Unterhaltskonzeption und eine entsprechend rationelle Versorgungsorganisation angestrebt. Die Zahl der Stäbe und Einheiten wurde reduziert. Damit verbunden waren gleichzeitig eine Neugruppierung sowie eine Rationalisierung des Versorgungsablaufs. Die aufgrund des Versorgungskonzeptes 77 ausgebaute Logistik mit der gut geschützten Infrastruktur, den grossen Vorräten und der hohen Autonomie war genügend leistungsfähig und stellte im Rahmen der dissuasiven Zielsetzung einen Faktor der Stärke dar.
Mit der Realisierung der Armee 95 wurde die Logistik nur im Bereich der Alimentierung reorganisiert, ohne dass es zu sonstigen wesentlichen Veränderungen kam. Seit 1977 versteht sich die Logistik als "Gesamtheit der Mittel und Massnahmen in den Bereichen Versorgung, terrioriale Aufgabenbewältigung (Sanitätsdienst, Katastrophenhilfe, Territorialdienst) sowie Verkehrs- und Transportwesen".
Die Doktrin der Logistik Armee, die derzeit entwickelt wird, berücksichtigt militärische und betriebswirtschaftliche Aspekte genauso wie die typisch schweizerischen Besonderheiten. Sie schafft die Grundlage, um in Zukunft die komplexe Logistik der Armee ganzheitlich und integriert zu verstehen und sie für die verschiedenen Aufträge der Kunden einzusetzen.
Hinzu kam in den sechziger Jahren die Sanität,
1901 Ambulance, marschbereit ehe ab 1875 als Lehre aus den Mängeln im Nachschubwesen während der Grenzbesetzung 1870/71 die Verwaltungstruppen folgten, die dann ab 1908 neu Verpflegungstruppen hiessen.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Verpflegungstruppen mit den inzwischen entstandenen Transporttruppen und weiteren Armeeteilen im Bereich Rückwärtiges (im Gegensatz zu Front), im Armeestab, zusammengefasst.
Der Koreakrieg (1950-1953) zeigte die Brüchigkeit des Weltfriedens und bestätigte die Notwendigkeit einer starken Landesverteidigung. Durch die ab 1951 jährlich aufgelegten Rüstungsprogramme begann der systematische materielle Aufbau der Armee, welcher auch die Verpflegungstruppen erfasste. Die grossen materiellen, organisatorischen und reglementarischen Neuerungen betrafen insbesondere die Betriebsstoffe und deren Nachschub.
Abgesehen vom Nach- und Rückschub an Verpflegung vermittelten die Verpflegungsabteilungen und -kompanien den Austausch von Material zwischen der Truppe und der Materialkompanie der Heereseinheit.
Seit den fünfziger Jahren erhielten die Verpflegungstruppen auch moderne technische Mittel zugeteilt (z.B.: Mobile Mühle und mobile Bäckerei, beide auf Anhänger; Fleischkran und -gestell; Benzinvergaserbrenner; Abkochgeräte), wodurch die Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit dieser Truppen mindestens verdoppelt wurden.
Mit der Truppenordnung 1961 (TO 61; 1.1.1962- 31.12.1994) wurden die Verpflegungstruppen in Versorgungstruppen umbenannt. Die sechs Territorialbrigaden (je eine in den drei Feldarmeekorps und drei im Gebirgsarmeekorps) waren die Versorgungsinstanz des Armeekorps für alle in seinem Raum befindlichen Truppen.
Parallel zur Neuorganisation des Heeres erfolgten sowohl die Neuausrüstung der technischen Truppen (u.a. der Versorgungstruppen), als auch ein umfassender Ausbau der Heeresmotorisierung und des Reparaturwesens. Schliesslich entstand im Zuge der Bildung von Gruppen als Organisationseinheiten die Gruppe für Generalstabsdienste mit der Untergruppe Logistik (1969; inkl. Abteilung Territorialdienst), womit der Begriff "Logistik" auch in der Schweizer Armee Einzug hielt.
Bis Mitte der siebziger Jahre fehlte eine einheitliche Logistikkonzeption. Noch 1976 verfügte die Armee, ähnlich einem Expeditionsheer, gemäss den Bestimmungen in der TO 61 über ein dreistufiges Versorgungssystem (1. Stufe: Truppe; 2. Stufe: Heereseinheiten/Brigaden; 3. Stufe: Basis/Armee) mit mehreren unabhängigen Versorgungskanälen.
Mit dem Versorgungskonzept 77 (1.1.1977-31.12.94) wurden eine bestmögliche Koordination im Rahmen der Gesamtverteidigung, eine zeitgemässe Vorrats- und Unterhaltskonzeption und eine entsprechend rationelle Versorgungsorganisation angestrebt. Die Zahl der Stäbe und Einheiten wurde reduziert. Damit verbunden waren gleichzeitig eine Neugruppierung sowie eine Rationalisierung des Versorgungsablaufs. Die aufgrund des Versorgungskonzeptes 77 ausgebaute Logistik mit der gut geschützten Infrastruktur, den grossen Vorräten und der hohen Autonomie war genügend leistungsfähig und stellte im Rahmen der dissuasiven Zielsetzung einen Faktor der Stärke dar.
Mit der Realisierung der Armee 95 wurde die Logistik nur im Bereich der Alimentierung reorganisiert, ohne dass es zu sonstigen wesentlichen Veränderungen kam. Seit 1977 versteht sich die Logistik als "Gesamtheit der Mittel und Massnahmen in den Bereichen Versorgung, terrioriale Aufgabenbewältigung (Sanitätsdienst, Katastrophenhilfe, Territorialdienst) sowie Verkehrs- und Transportwesen".
Die Doktrin der Logistik Armee, die derzeit entwickelt wird, berücksichtigt militärische und betriebswirtschaftliche Aspekte genauso wie die typisch schweizerischen Besonderheiten. Sie schafft die Grundlage, um in Zukunft die komplexe Logistik der Armee ganzheitlich und integriert zu verstehen und sie für die verschiedenen Aufträge der Kunden einzusetzen.
LEHREN UND ZUKUNFT
- Nicht erst heute, sondern schon in der Antike und in Byzanz ging es der Logistik darum, den Bedarf an Leistung und Mitteln sowie an Raum und Zeit vorauszusehen und vorauszuberechnen. Die Logistik hat auf bestmögliche Art alle zusammenhängenden Aktivitäten (wie z.B. Transport, Lagerung, Unterbringung, Verpflegung, ärztliche Versorgung, Evakuierung u.a.) vorzubereiten und durchzuführen, die den Truppen erlauben zu leben und zu kämpfen. Mit anderen Worten: Die für den Feldzug benötigten Mittel mussten in der richtigen Quantität und Qualität geplant und zeitgerecht bereitgestellt werden.
- Es ist das mathematisch exakte und systematische Denken, das durch wissenschaftliche Verfahren und Modelle sowie durch elektronische Datenverarbeitungs- und Kommunikationstechnologie weitgehend unterstützt wird. Diese Kräfte zusammen trieben die theoretische und praktische Weiterentwicklung der Logistik in immer umfassenderen militärischen und zivilen Bereichen voran. Dadurch werden die logistischen Systeme sowie die Steuerung und Kontrolle der in und zwischen ihnen verlaufenden Material- und Güter-, Informations- und Dienstleistungs- sowie Personen- und Energieflüsse immer besser gestaltet, um schliesslich die damit zusammenhängenden Probleme rasch und optimal zu lösen.
- Mehr denn je wird heute und in Zukunft danach getrachtet, das moderne Verständnis der zivilen Logistik in die militärische hineinzutragen. Dabei geht es um die Integration der Logistik in den auftragsbezogenen Operationsablauf. Dies führt dazu, dass ganzheitliche logistische Konzepte entlang von funktionsübergreifenden logistischen Ketten vom Kunden zum Kunden und unter weitestgehender Einbeziehung von Hauptlieferanten und Dienstleistern entwickelt werden.
- Der Weg der Entwicklung der Logistik der Schweizer Armee führt hin zu einem neuen Selbstverständnis: Die Logistik der Armee ist die Lehre von dem nach Grundsätzen gestalteten dynamischen System von Prozessen und Diensten. Ziel dieses militärischen Teilsystems ist es, die Mittel bedarfs-, zeit- und ortsgerecht den Leistungsempfängern zuzustellen, damit diese ihre bestmögliche Bereitschaft zur Erfüllung des Auftrages erreichen und aufrechterhalten. Im Zentrum stehen dabei die Vorgänge der Planung und Entwicklung, der Herstellung und Beschaffung, der Lagerung, Instandhaltung und Bereitstellung, der Bewegung und Verteilung, ebenso der Evakuierung und Entsorgung von Material, Gütern, Einrichtungen und Kräften.
Zuletzt aktualisiert am: 25.04.2008


