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Logistikbasis der Armee

Broschüre Einsatzlogistik

Die Vernetzung aller Funktionsträger innerhalb des Führungsgrundgebietes 4 (FGG 4) ist für den Erfolg der Einsatzlogistik von grosser Wichtigkeit. Informationen und Wissenswertes zum Führungs-, den Kern- und Unterstützungsprozessen innerhalb der Einsatzlogistik finden Sie auf dieser Seite. Sie können auch die entsprechende Broschüre bestellen (siehe rechts).

 

Zwei AdA in einem Materiallager

1. Einleitung

Einsatzlogistik ist die Summe aller logistischen Leistungen (Ns/Rs, Ih, San, VT und Infra) zu Gunsten der unteren taktischen Stufe. Diese werden durch die eigenen Mittel der Truppenkörper und Einheiten oder für eine bestimmte Aktion zugewiesene/unterstellte Mittel (z.B. San Hist/MSE 2) erbracht oder für Aktionen zugewiesen bzw. unterstellt.

Logistikelemente unterstützen die Einheit unmittelbar, zum Beispiel indem sie die Aufgaben des Nach- und Rückschubs, der Diagnostik, der Notinstandsetzung sowie die medizinischen Notfallmassnahmen und die Evakuierung von Soldaten wahrnehmen.

Logistikelemente auf Stufe Truppenkörper schaffen logistische Handlungsfreiheit, indem sie zu Gunsten der Einheiten den Nach- und Rückschub, die Instandsetzung sowie die medizinischen Massnahmen und die Evakuierung übernehmen.

 

Der Logistikprozess

Der Logistikprozess, bestehend aus dem Führungs- sowie den Kern- und Unterstützungsprozessen (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Der Logistikprozess, bestehend aus dem Führungs- sowie den Kern- und Unterstützungsprozessen

2. Führung der Logistik

Auf der Stufe Truppenkörper (Bataillon/Abteilung) wird die Logistik durch den Logistik-Offizier (Log Of, S4) sowie auf der Stufe Einheit durch den Logistik-Zugführer geführt. Beide sind direkte Berater der jeweiligen Kommandanten und unterstützen diesen bei Entschlüssen, Beurteilungen, bei der Machbarkeit sowie der Führung von logistischen Aktionen.

 

Das FGG 4 (Zuordnung der Führungsgrundgebiete gemäss FSO, Stand 01.01.2004) (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Das FGG 4 (Zuordnung der Führungsgrundgebiete gemäss FSO, Stand 01.01.2004)
Auf der Stufe Truppenkörper wird die Logistik durch den Logistik-Offizier (S4) sowie auf der Stufe Einheit durch den Logistik-Zugführer geführt. (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Auf der Stufe Truppenkörper wird die Logistik durch den Logistik-Offizier (S4) sowie auf der Stufe Einheit durch den Logistik-Zugführer geführt.

3. Das Prinzip der Einsatzlogistik - die Aktionsplanung

Der Logistik-Offizier (S4) leitet das Führungsgrundgebiet 4 (FGG 4). Er ist verantwortlich für die Logistik-Absprache mit der Logistikbasis der Armee (LBA) und für die Logistik-Koordination mit den anderen FGG innerhalb des Truppenkörpers (Bataillon/Abteilung). Weiter beurteilt er die Machbarkeit von logistischen Aktionen (Einsätze). Er erstellt die Logistik-Konzepte, koordiniert die Arbeiten in seinem FGG und beantragt auf dem Dienstweg beim G4/A4 (Stufe Heer und/oder Luftwaffe) oder beim Logistik-Koordinationszentrum (LKZ) der LBA nicht geplante Logistik-Leistungen. Die Erstausrüstung und die WEMA (Wiedererstellung der Einsatzbereitschaft des Materials im Ausbildungsdienst) erfolgen immer im Armeelogistikcenter.

Geplante Logistik-Leistung
Für die Abdeckung aller logistischen Bedürfnisse, welche aufgrund der Auftragslage im Hinblick auf eine Aktion durch die Einheiten, S4 und G4 mittels Logistik-Konzept ermittelt wurden und für welche die Leistungserbringer anlässlich des Logistik-Dialogs und der Logistik-Absprache zugewiesen worden sind.

Nicht geplante Logistik-Leistung
Für die Abdeckung der zusätzlichen logistischen Bedürfnisse, die durch die Erteilung eines neuen oder zusätzlichen Auftrages entstehen und für welche die koordinativen Massnahmen (Logistik-Dialog und -Absprache) keine Leistungserbringer definiert haben (weshalb das LKZ die Lage überblicken und demnach einen Leistungserbringer definieren muss).

 

Zeitlicher Ablauf am Beispiel Ns/Rs (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Zeitlicher Ablauf am Beispiel Ns/Rs

4. Das Prinzip der Einsatzlogistik - die Aktionsführung

Auf Stufe Einheit ist der Logistik-Zugführer (Log Zfhr) als direkter Berater des Kommandanten verantwortlich für die Beurteilung, Machbarkeit und Führung von logistischen Aktionen (Einsätze). Im Weiteren spricht er die Logistik-Leistungserbringung mit dem S4/Log Of (Truppenkörper) ab. Der Log Zfhr erstellt ein Logistik-Konzept und führt die Logistik-Elemente (Ns/Rs, Ih, San, VT) auf Stufe Einheit.

 

Aktionsführung anhand eines Beispiels für Ns/Rs und San (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Aktionsführung anhand eines Beispiels für Ns/Rs und San

5. Meldeweg

Grundsatz: Bereitschaftsmeldungen und Logistik-Bedürfnisse haben immer den gleichen Ablauf. Das Versorgungsführungs-Informationssystem (VFIS) ermöglicht den Logistikverantwortlichen aller Stufen die papierlose Logistik-Führung und die Zusammenarbeit mit der LBA. Das VFIS liefert dem Chef FGG 4 (J4/G4/ A4/S4) und weiteren Fachoffizieren im Führungsgrundgebiet Logistik die notwendigen logistischen Informationen und Übersichten zur materiellen Bereitschaft. Nicht geplante Logistik-Leistungen werden auf demselben Weg, über das VFIS, beauftragt.

 

Der Meldeweg (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Der Meldeweg

6. Der Nach- und Rückschubprozess (Ns/Rs)

Ziel: Der Nach- und Rückschubprozess hat die stetige Aufrechterhaltung eines Güter- und Informationsflusses von den Leistungserbringern zu den Leistungempfängern (Nachschub) und umgekehrt (Rückschub) zum Ziel.

Kernaktivitäten (keine abschliessende Aufzählung)
  • Bedarfsorientierter Nach- und Rückschub von Gütern aller Nachschubklassen (I - X; siehe unten) zu Gunsten der Leistungsbezüger
  • Bewirtschaftung von Gütern (Disposition, Beschaffung, Selbstsorge, Lagerung, Konservierung, Kommissionierung, Bereitstellung, Transport, Verteilung, Entsorgung)

siehe Reglement «Logistik XXI» (ALN 292-9937)

So läuft der Prozess Ns/Rs am Beispiel einer bestellten PzF ab (möglicher Ablauf): Eine defektes PzF wird aus dem Materialmagazin durch die Instandhaltung zum Austausch oder zur Instandsetzung zurückgeschoben, die entsprechende Koordination erfolgt durch den Logistik-Zugführer. Anschliessend leitet dieser mittels VFIS (Versorgungsführungs-Informationssystem) die Bestellung der neuen PzF an den S4 (Logistik-Offizier) des Truppenkörpers (Bataillon/Abteilung) weiter. Die ordentliche Bestellung führt über das zuständige Logistik-Center. Dieses tauscht die PzF aus und transportiert die neue an den Brigade-Nachschubpunkt. Ab dem Brigade-Nachschubpunkt folgt die Lieferung durch die Logistik-Einheit über den Bataillons-Nachschubpunkt direkt an die Kompanie. Der Logistik-Zug der Kompanie liefert die PzF anschliessend direkt an den Zug oder ins Material-Magazin.

Der Brigade-Logistikpunkt befindet sich gemäss Reglement "Logistik XXI" innerhalb des Dispositivs des Leistungsempfängers = Betreiber.

 

Prinzipdarstellung (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Prinzipdarstellung

Übersicht Nachschubklassen

IVerpflegungsrationen, Nachschub (Armeeproviant) und Selbstsorge durch Fourier vor Ort
IIGrundausrüstung, Fassung im Logistik-Center
IIIBetriebsstoffe, wenn vorhanden mit Containern (Diesel), sonst mit BEBECO und Bidon (Gutschein Benzin/ Diesel)
IVBau- und Geniematerial, gemäss Logistik-Absprache URB/A/S
VMunition, gemäss Logistik-Absprache URB/A/S
VIPersönliches Material und Feldpost gemäss Logistik-Absprache URB/A/S für Austausch etc.
VIIFahrzeuge/Waffen/Geräte, gemäss Logistik-Absprache URB/A/S oder LBA/LKZ (Periodizität, wenn möglich, 24h, keine Bevorratung!)
VIIISanitätsmaterial, gemäss Sanitätsprozess
IXErsatzteile, gemäss Instandhaltungsprozess
Xnicht-militärisches Material, gemäss Logistik-Absprache

7. Der Instandhaltungsprozess (Ih)

Ziel: Der Instandhaltungsprozess hat den möglichst wirtschaftlichen Erhalt eines definierten Sollzustandes von Systemen über deren gesamten Lebensweg sowie die effiziente Erhaltung und/oder Erstellung der Funktionsfähigkeit dieser Systeme, möglichst nahe am Benutzer, zum Ziel.

Kernaktivitäten (keine abschliessende Aufzählung):
  • Bedarfsorientierte Instandhaltungsleistung durch militärische (Truppenhandwerker) und zivile Partner zu Gunsten der Leistungsempfänger
  • Inspektion, Instandsetzung, Notinstandsetzung, Bergung von Systemen, Durchführen von Revisionen und weiteren technischen Massnahmen

Achtung: Die Wartung erfolgt durch die Nutzer der Systeme!

[siehe Reglement «Logistik XXI» (ALN 292-9937)]

 

Prozessablauf (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Prozessablauf

8. Der Sanitätsprozess (San)

Ziel: Der Sanitätsprozess hat zum Ziel, im prähospitalen Bereich präventive, diagnostische und therapeutische Sanitätsleistungen der medizinischen Grundversorgung sicherzustellen und erkrankte, verletzte und verwundete Patienten vor Ort nach notfallmedizinischen Prinzipien zu versorgen, sofern diese Leistungen nicht durch zivile Leistungserbringer erbracht werden können.

Kernaktivitäten (keine abschliessende Aufzählung):
  • Medizinische Grundversorgung aller Formationen und medizinische Notfallversorgung von Erkrankten, Verletzten und Verwundeten
  • Entwicklung und Produktion/Fertigung von ausgewählten Pharmazeutika und Medizinprodukten für die Armee

[siehe Reglement «Logistik XXI» (ALN 292-9937)]

Erläuterungen zum Sanitäts-Prozess:
  • Auf der Stufe Truppenkörper (Bataillon/Abteilung) legt der Arzt (Bat Az, FGG 4) fest, nach welchen Grundsätzen die Sanitätsdienstversorgung abläuft. Angestrebt wird eine für den Patienten optimale Versorgung.
  • Die Basierung auf zivilen Spitälern wird durch die vorgesetzte Stufe befohlen.
  • Im Ausbildungs- und Assistenzdienst sowie bei präventiven Raumsicherungsoperationen basiert die Truppe so lange als möglich auf zivilen und bestehenden militärischen sanitätsdienstlichen Einrichtungen.
  • Die Sanitätsgruppe des Bataillons/der Abteilung betreibt das MSE 1 (Krankenzimmer) oder wird als Sanitätspatrouille bei den Einheiten (Kp/Bttr) eingesetzt.
  • Für die Einsätze werden den Truppenkörpern (Bataillon/Abteilung) Sanitätszüge der Sanitätskompanie unterstellt. Diese betreiben die MSE 2 (Sanitätshilfsstelle) oder unterstützen die Truppe mit Sanitätspatrouillen.
  • Auf Stufe Einheit (Kp/Bttr) führt der Logistik- Zugführer den Sanitätsdienst. Er ist verantwortlich für den Einsatz der Einheitssanitäter und betreibt den Patienten-Sammelpunkt. Weiter setzt er sanitätsdienstliche Massnahmen bei der Truppe durch.
  • Die Verbindung zwischen den Einheitssanitätern, dem Logistik-Zugführer und dem FGG 4 (Bat Az) muss sichergestellt sein.

 

Prozessablauf (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Prozessablauf

9. Der Verkehrs- und Transportprozess (VT)

Ziel: Der Verkehrs- und Transportprozess hat zur Aufgabe, die Verschiebungen von Kräften/Truppen und den Transport von Gütern in grösserem Ausmasse über grössere Distanzen und unter Verwendung aller Verkehrsträger und Transportmittel sicherzustellen sowie deren Ablauf zu planen und zu steuern.

Kernaktivitäten (keine abschliessende Aufzählung):
  • Planung und Ablaufsteuerung des militärischen Verkehrs und des Transports im eigenen Verantwortungsbereich
  • Abdeckung des Verkehrsführungsbedarfs (Organisation, Beschaffen und Melden von Informationen über Zustand des Verkehrsträgers Strasse und der aktuellen Verkehrslage) und Erbringen von Transportleistungen

Grundsätze:
  • Betreiben einer eigenen VT-Zentrale auf Stufe Einheit/Truppenkörper. Die Leistungen werden primär mit den verfügbaren Mitteln der VT-Zentrale bzw aus unterstellten Formationen erbracht (zentrale Führung und dezentraler Einsatz!). Weitere Mittel müssen bei der vorgesetzten Kommandostelle angefordert werden. Die Zusammenarbeit mit zivilen Verkehrsführungsorganisationen ist sicherzustellen (zum Beispiel Polizei).
  • Mehrere Wechselabrollbehälter/Container pro Fahrzeug einplanen und im Anhängerbetrieb einsetzen.
  • Wechselabrollaufbauten werden nach dem Transport auf den Boden (befestigter Untergrund!) abgesetzt.

[siehe Reglement «Logistik XXI» (ALN 292-9937)]

 

Prozessablauf (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Prozessablauf

10. Der Infrastrukturprozess (Infra)

Ziel: Der Infrastrukturprozess hat zum Ziel, die Grund- und Einsatzbereitschaft von Führungsanlagen der Armee und der Landesregierung sowie der übrigen Verteidigungsinfrastruktur sicherzustellen.

Kernaufgaben (keine abschliessende Aufzählung):
  • Betrieb, Betriebsunterstützung und Instandhaltung von Infrastrukturen planen, führen und sicherstellen
  • Schutz und Sicherheit der Infrastrukturen gewährleisten
  • Ausbildungsunterstützung und Dienstleistung erbringen.

In den Stäben der Truppenkörper werden die Infra-Aufgaben durch den Quartiermeister bearbeitet (FGG 4).

[siehe Reglement «Logistik XXI» (ALN 292-9937)]

 

Prozessablauf (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Prozessablauf
Zuletzt aktualisiert am: 26.08.2011
Das Das Deckblatt der Broschüre der Einsatzlogistik zeigt zwei AdA in einem Materiallager (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Deckblatt Broschüre Einsatzlogistik

Broschüre "Einsatzlogistik"

Die Broschüre "Einsatzlogistik" soll alle Logistik-Offiziere (S4) und Logistik-Zugführer sowie deren Kommandanten und andere Offiziere im Führungsgrundgebiet 4 (FGG 4) auf Stufe Bataillon/Abteilung und Einheit in ihrer Arbeit im Bereich Einsatzlogistik unterstützen. Diese bildet den thematischen Schwerpunkt der Broschüre, ohne aber den Bezug zum Gesamtkontext (Führungsgrundgebiete, moderne Armeelogistik) auszublenden. Gleichzeitig wird jeder Fachbereich (Ns/Rs, Ih, San, VT und Infra) separat aufgeführt und mit Bemerkungen aus der Praxis ergänzt. Allgemeine und spezifische Abkürzungen sowie Signaturen werden ganz am Schluss der Broschüre erläutert und ausformuliert.

Die Broschüre kann hier bestellt werden:


Logistikbasis der Armee (LBA)
Logistikführung
Viktoriastrasse 85
3003 Bern

0800 40 00 01 Tel.
0800 40 00 02 Fax

E-Mail

 

Allgemeine Signaturen

Grafik mit den 20 allgemeinen Signaturen (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Allgemeine Signaturen

Signaturen Nach- und Rückschub-Prozess

Grafik mit den neun Nach- und Rückschub-Prozessen (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster

Signaturen Instandhaltungs-Prozess

Grafik mit den fünf Signaturen der Instandhaltungs-Prozesse (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster

Signaturen Sanitäts-Prozess

Grafik mit den sieben Signaturen Sanitäts-Prozess (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
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